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Blaue Scheune, Clara Arnheim, Elisabeth Büchsel, Franz Skarbina, Freilichtmalerei, Galerie "Der Panther", Hellmalerei, Henni Lehmann, Hiddensee, Impressionismus, Joergen Degenaar, Katharina Bamberg, Käthe Loewenthal, Künstlerinnenbund, Ludwig Dettmann, Malweiber, Marion Magas, Max Liebermann, Rügen, Stralsund, Vilm, Vitte
Die Galerie „Der Panther“ präsentiert zusammen mit der Buchautorin Marion Magas im Monat Februar 2012 die Künstlerin „Katharina Bamberg“.
Katharina Bamberg – die Stralsunder “Hellmalerin”
Katharina Bamberg (1873−1966) entstammt ähnlich der Malerin Elisabeth Büchsel einer begüterten, alteingesessenen Stralsunder Familie. Nach dem der Herkunft entsprechenden Besuch der Höheren Töchterschule in Stralsund absolviert die Bamberg anschließend eine Haushaltsschule im Harz. Später erhält sie in Berlin eine umfassende Ausbildung in allen Bereichen der Kunstmalerei. Wie etliche ihrer Zeitgenossinnen muß auch sie ihre künstlerische Ausbildung auf Privatinitiative gründen. Als Schülerin bei Ludwig Dettmann (1865−1944) übernimmt sie von diesem schon bald die realistische Hellmalerei.

Ludwig Dettmann, 1935, Quelle: Deutsches Bundesarchiv
Zudem war Dettmann neben Max Liebermann (1847−1935) einer der ersten Vertreter realistischer Freilichtmalerei in Deutschland. Zunächst malt die ihrer Heimatstadt immer verbundene Künstlerin überwiegend Blumen, Stilleben und Portraits. Nach der Ausbildung bei Dettmann unternimmt sie umfangreiche Studienreisen.

Stillleben mit Blumenstrauss,
Pastell auf Papier, um 1910
Schon während dieser Reisen wendet sie sich immer mehr der realistischen Hellmalerei zu. Durch Heimweh nach dem Meer zieht sie im Jahr 1906 nach Stralsund zurück. Auch hier gibt es Berührungspunkte mit der vielgereisten Stralsunderin Elisabeth Büchsel, die ihrer Geburtsstadt ebenso treu verbunden war. Im Stralsunder Kunstverein kann die Bamberg ihre Arbeiten ausstellen. Als Landschaftsmalerin findet sie ihre Hauptmotive in der näheren Umgebung, wie zum Beispiel auf den Inseln Rügen, Vilm und natürlich auch auf Hiddensee.

Steilküste auf Hiddensee,
Öl auf Leinwand, um 1940
In ihrer Bildsprache beim Blick über die Dornbuschhügel erscheint alles lichtreich und hell. Die „Blaue Scheune“ in Vitte wird zum Ort ihres künstlerischen Wirkens. Sie schließt sich bis zu dessen Auflösung dem „Hiddenseer Künstlerinnenbund“ an.
Die 15 Frauen des Hiddenseer Künstlerinnenbundes:
Elisabeth Andrae (1876–1945)
Clara Arnheim (1865–1942)
Katharina Bamberg (1873-1966)
Elisabeth Büchsel (1867 –1957)
Elisabeth Büttner (1853–1934)
Bertha Dörflein-Kahlke (1875–1964)
Gertrud Körner (1866–1931)
Henni Lehmann (1863–1937)
Käthe Löwenthal (1878–1942)
Helene Lottberg (1901–1986)
Marta Mischel (Lebensdaten unbekannt)
Martel Schwichtenberg (1896–1945)
Dorothea Stroschein (1883–1967)
Julie Wolfthorn (1864–1944)
Augusta von Zitzewitz (1880–1960)
Fast vergessen sind sie, diese 15 Frauen vom Hiddenseer Künstlerinnenbund, den Henni Lehmann und Clara Arnheim im Jahr 1922 in Vitte gründeten. Die sogenannten ›Malweiber‹ malten in der freien Natur und porträtierten zahlreiche Bewohner des ›söten Lännekens‹ (Insel Hiddensee). Doch ein Haus erinnert heute noch an die Malweiber auf der Insel Hiddensee und seine erste Besitzerin und ist ab und an geöffnet: die “Blaue Scheune” diente Henni Lehmann als Atelier und wurde regelmäßig als Ausstellungsraum von allen Malweibern und somit auch von Katharina Bamberg genutzt. Und damit auch keiner das Haus übersah, entschied sich die vielseitige Künstlerin Henni Lehmann dazu, der Kate einen leuchtend blauen Anstrich zu geben, der bis heute immer wieder erneuert wird.

“Blaue Scheune”, in Vitte auf der Insel Hiddensee
Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde dem avantgardistischen Treiben der “Malweiber” ein Ende gesetzt und der Hiddenseer Künstlerinnenbund 1933 aufgelöst.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beginnt Katharina Bamberg, viele der Bilder, die im Krieg beschädigt worden waren, zu restaurieren. Und bis zu ihrem Tod im Alter von zweiundneunzig Jahren bleibt die Malerei ihre Leidenschaft.

Nordufer auf Hiddensee,
Mischtechnik auf Papier, um 1930
Marion Magas & Galerie “Der Panther”, Feb. 2012
Die ausführliche Biographie zur Künstlerin Katharina Bamberg finden Sie in dem Buch: “Wie sich die Malweiber die Ostseeküste eroberten”
Marion Magas, Eigenverlag 2008, ISBN 978-3-00023779-9











